Infrarot: Das Fotografieren

Tipps und Tricks für die Infrarot-Fotografie

Infrarot - Fotografieren

Das ist ein weites Feld. Fotos wirken in “Infrarot” anders als in “Natur”. Man muss mehr “schwarz-weiß” denken, sich über Kontraste und Stimmungen Gedanken machen, die man so (noch) nicht sieht. Kopfkino starten! 

Die in der farbigen Aufnahme eher banal wirkende Treppe führt plötzlich ins “Blau”. Infrarot-Fotografie verlangt also einen etwas anderen Blickwinkel.

Das See-Foto entstand bei warmen Sommerwetter. Die Sonne sollte nicht senkrecht stehen, sondern durch die Blätter der Bäume fluten. Am besten eignen sich die lauen Abendstunden eines schönes Sommertages. Die Blätter stehen gut im Saft und reflektieren das Infrarot-Licht hervorragend.

Ganz wichtig ist der Weißabgleich, um ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten. Das gilt ganz besonders für den Fall, dass wir nicht RAW fotografieren, sondern JPEG. Lightroom kann den Weißabgleich (LR CC) im RAW bei Nikon nicht nachträglich  korrigieren, da der Wertebereich nicht ausreicht, da bleibt nur JPG über.

TIPP! Verwenden Sie Sorgfalt auf den Weißabgleich. Je genauer der Weißabgleich sitzt, desto weniger Nacharbeit ergibt sich später. Ein blauer Himmel beim Farbinfrarot geht nur mit passendem Weißabgleich!

Zens-See bei Lychen © Volker Sommerfeld

Der Weißabgleich

Gute Kameras (auch die “alte” Nikon D70) bieten die Möglichkeit an, den Weißpunkt durch das Messen des vorherrschenden Lichtes einzustellen. Und genau dass sollten wir tun. Es bieten sich auf jeden Fall Laubbäume, Wiesen oder die obligatorische Graukarte an. Ich bevorzuge die grüne Wiese.
 
Wichtig ist, beim Abgleich mindestens 1-2 Sekunden zu belichten, da wir auch unsere Aufnahmen später so lange belichten werden. Belichten wir beim Einmessen zu kurz, können wir später einen Farbstich haben.
 

Ganz kurz wie es geht (Beispiel Nikon D70):

  • WB Taste drücken, gedrückt halten und mit dem hinteren Einstellrad auf die Einstellung PRE wählen.
  • WB Taste loslassen und erneut für ca. 2 Sek drücken, bis PRE im LCD Display blinkt.
  • In den manuellen Modus schalten, Belichtungszeit von ca. 1 Sek und Blende 7.1 einstellen.
  • Auslösen und auf OK Signal warten.

Fertig!

Die Aufnahme

Ich benutze oft Blende 7.1 oder kleiner (bis 16) und beginne mit einer Belichtungszeit von 1 Sekunde. Falls nötig wird der ISO Wert erhöht.

Die Kontrolle des Histogramms ist absolut erforderlich: Kein Klipping zulassen! Viele Kameras bieten das berühmte Blinken überbelichteter Bereiche an. Auf keinen Fall irgendwo überbelichten! Hier sind alle Farbinformationen verloren und wir können diese Bereiche nicht mehr bearbeiten. Es droht der Wood-Effekt: Blätter und Bäume laufen zu.

Tipps:
 
  • Der Belichtungsprogramme liegen immer daneben. Modus M ist angesagt und wir sollten uns an die optimale Belichtung herantasten.
  • Die Einstellung des Bildausschnitts erledigen wir ohne Infrarotfilter. Wir sehen nämlich sonst nichts im Sucher!
  • Ganz wichtig: Wir sollten unbedingt eine Belichtungsreihe machen (ob per Bracketing oder von Hand spielt keine Rolle)!
  • Wir benutzen den Autofokus. Die Entfernungsangaben am Objektiv lügen!

Geschafft!

Ganz wichtig: Nachbearbeitung

Wenn der Weißabgleich stimmt: In drei Schritten zum fertigen Infrarotbild!
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